Behinderte helfen Nichtbehinderten
Dieses Motto und das gleichnamige Projekt klingt nur im ersten Moment paradox. Ist nicht schon jedem von uns in den Sinn gekommen, daß eine Behinderung nicht zwangsläufig bedeutet, sich in seinen Lebenszielen behindert zu fühlen, und umgekehrt, daß körperliche Unversehrtheit einen nicht davor schützt, sich in manchen Dingen behindert zu fühlen. Ist es nicht so, daß das Verhältnis von Nichtbehinderten zu Behinderten oft als "behindert" angesehen werden muß. "Behindert" zum Beispiel bei der Begegnung mit einem Behinderten im Aufzug, vor einer Rolltreppe, im Restaurant oder auf einer Party bei Freunden!

Hier setzt das von Behinderten ins Leben gerufene Projekt an.

Der Abbau von Berührungsängsten ist die Voraussetzung für eine Normalisierung im Zusammenleben – der erste Schritt zu einem entspannten und von Kenntnis getragenem Miteinander zwischen Behinderten und Nichtbehinderten.

Nicht das Ziel, der Weg ist neu

Bislang konzentrieren sich Integrationsprojekte hauptsächlich auf die Anpassung Behinderter in die Nichtbehindertengesellschaft. Der BhN legt im Unterschied dazu den Schwerpunkt auf die persönlichen Begegnungen und den Erfahrungsaustausch. Nichtbehinderte bekommen die Möglichkeit, Behinderte als selbstbewußte und emanzipierte Persönlichkeiten, die Außerordentliches auf allen Gebieten leisten können, kennenzulernen. Diese Kontakte werden erfahrungsgemäß sehr positiv aufgenommen. Ursprünglich als unbefristetes Projekt gedacht, wurde wegen des Erfolgs der gleichnamige Verein gegründet.

Unterstützt wird dieser Verein vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg und gefördert von den Sparkassen. Der organisatorische und finanzielle Rahmen ist dadurch gesichert.

Schulbesuch


Was Sie noch wissen sollten


Zum Verständnis noch etwas Wichtiges zum Schluss. Der Verein versteht sich nicht als karitative Organisation mit dem Ziel, neue Vereinsmitglieder oder Spenden zu werben (selbstverständlich freuen wir uns aber auch über passive Mitglieder).

Unser Anliegen ist es, durch Eigeninitiative und Engagement von Behinderten und manchmal auch von Nichtbehinderten das Zusammenleben nachhaltig zu verbessern.

Das beinhaltet unter anderem:

  • Abbau von Berührungsängsten

  • Veränderung von Einstellungen

  • Stärkung der Handlungskompetenz

  • Soziale Verantwortung und Verständnis

  • Kennenlernen verschiedener Behinderungsformen und daraus folgender Lebensbedingungen


Die Zielgruppe des Vereins sind die Nichtbehinderten, die nach unserer Überzeugung Probleme im Umgang mit den Behinderten haben – der Nichtbehinderte ist der "Behinderte" in der Begegnung mit Behinderten.

der Erfolg unserer Aktionen zeigt uns, daß Handlungsbedarf besteht und unser Ansatz richtig ist. Davon motiviert arbeiten wir daran, daß diese Idee auch in anderen Bundesländern Fuß faßt.


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